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Tutorials · · 2 Kommentare

Page Speed ermitteln für Laien und Profis – was wirklich zählt

Die Ladegeschwindigkeit einer Website ist ein Ranking-Faktor bei Google. Auch Deine Leser wollen keinen lahmen Blog bedienen müssen, um die gewünschten Informationen zu bekommen. Daher lernst Du bei mir, wie Du Deinen Page Speed ermitteln kannst, um Deinen Blog schneller zu machen.

Ich empfehle Dir daher, einen aussagekräftigen Speed-Test zu machen, damit Du weißt, wo Du für eine Speed-Optimierung ansetzen musst. Einen Laien würde der erste Weg zu Googles Online-Tool Page Speed Insights führen. Das wäre die falsche Wahl.

Dort bekommst Du alle möglichen Informationen, die zum Teil sogar schlecht für den Speed sind. Mal abgesehen davon, dass Du keinerlei Informationen über die Geschwindigkeit Deiner Website bekommst.

Page Speed ermitteln für Laien – nutze die Pingdom Tools

Page Speed taugt nichts. Benutze es nicht. Es wird Dich nur irre machen mit seinen unnützen Ratschlägen. Was Du brauchst, ist ein aussagekräftiger Bericht, der Dir auch gleich anzeigt, wie schnell Dein Blog wirklich ist.

Du musst auch wissen, wo die Flaschenhälse sich verbergen, die Deine Website langsam machen. Wichtig zu wissen ist ebenfalls, wie lange die einzelnen Dateien Deiner Website zum Laden benötigen. Erst mit diesem kombinierten Wissen kannst Du Deinem Blog Beine machen.

Die Pingdom Tools. Alle wichtigen Daten auf einen Blick

Pingdom Tools aufrufen »

URL eingeben und Test starten

Öffne die Pingdom Tools und gebe Deine Domain in das Feld »URL« ein. Im Feld »Test from« musst Du Stockholm, Schweden eingeben.

Page Speed ermitteln: Domain eingeben

Klicke anschließend »Start Test«. Nach einem kurzen Augenblick bekommst Du Deine wichtigen Daten. Zuerst siehst Du, wie schnell Deine Website ist.

Der Speed Deiner Website

Das Speed-Ergebnis des Pingdom Tools Test

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

Der Screenshot zeigt die wichtigsten Daten auf einen Blick. Die Ladezeit (0.532 Sekunden), die Anzahl der nötigen HTTP-Anfragen (25) und die Dateigröße der Website (579,2KB).

Die Daten zeigen, dass meine Website extrem auf Ladegeschwindigkeit optimiert ist. Ich könnte noch mehr machen, doch viel Sinn ergäbe das wohl kaum. Eine halbe Sekunde Ladezeit ist absolut schnell genug.

Auch die Insights, die etwas weiter unten zu finden sind, geben alles im grünen Bereich aus. So sollte es aussehen.

Speed-Test: Alles im grünen Bereich

Meinen Test aufrufen »

Ein normales Testergebnis

Normalerweise sieht ein Testergebnis nicht so aus, wie bei mir. Viele Websites haben ein erhebliches Optimierungs-Potential.

schlechtes-testergebnis-1 Pingdom Tools

Der Performance Grad D, die Ladezeit von 2.31 Sekunden und die Anzahl der HTTP-Anfragen von 121 in Verbindung mit der Dateigröße der Website von heftigen 1.4MB zeigt erheblichen Optimierungsbedarf.

schlechtes-testergebnis-2

Die einzelnen Bereiche lassen sich öffnen und die Probleme der Website kommen zu Tage:

Geladene Files

Auch wenn die Website HTTPS und HTTP/2 verwendet, die Anzahl an geladenen CSS- und JavaScript-Dateien ist einfach zu viel. Zudem sollten die Dateien nur dort geladen werden, wo sie auch benötigt werden.

Als Beispiel darf hier das beliebte »Contact Form 7« Plugin dienen, die nötigen Dateien sollten nur auf der Kontakt-Seite geladen werden. Doch so intelligent ist kaum ein Plugin programmiert.

Mit dem Premium-Plugin Gonzales kannst Du die Dateien nur dort laden lassen, wo es wirklich nötig ist. Die 29 US-Dollar sind gut angelegt.

Die Flaschenhälse der Ladezeit herausfinden

Scrollen wir etwas weiter nach unten, bietet sich dieses Bild. Hier bekommst Du aussagekräftige Details geliefert.

Hier sind die Flaschenhälse der Ladezeit versteckt.

Die Probleme dieser Website

  • Die Bilder werden nicht optimiert ausgeliefert – 424,36KB
  • Das JavaScript ist absolut zu viel – 386,45KB
  • Es werden zu viele Google Fonts geladen – 283,99KB
  • Facebook spamt die Website mit seinem JavaScript-Dateien zu – 285,53KB
  • Feststellen, was »Other« ist. – 396,74KB

Abhilfe schafft das Folgende

Bilder nur noch optimiert ausliefern lassen. Entweder mit Optimus HQ oder dem EWWW Image Optimizer. Hierbei ist darauf zu achten, dass man eines der Plugins mit dem Caching-Plugin »Cache Enabler« kombiniert, denn diese Kombination kann die Bilder auch als WebP ausliefern, was mindestens 30 Prozent weniger Dateigröße bedeutet.

Plugins kontrollieren. Müssen wirklich alle Plugins sein, oder ist auch verzichtbarer Spielkram dabei? Deinstallieren.

Dateien (CSS und JavaScript) zusammenfassen. Auch in Zeiten von HTTP/2 ist weniger einfach mehr. Nutze ein gutes Plugin wie zum Beispiel Autoptimize, um die CSS- und JavaScript-Dateien zusammenzufassen.

Google Fonts kontrollieren. Wer braucht schon mehr als zwei Google Fonts für seine Website? Vor allem: brauchst Du wirklich von jedem Font alle Variationen? Kontrollieren und gegebenenfalls manuell einbinden. Vorher die automatische Variante am Laden hindern.

Facebook. Was auch immer in die Beispiel-Website eingebunden ist, es rechtfertigt nicht die 285KB. Es gibt deutlich leichtgewichtigere Plugins – zum Beispiel den Shariff Wrapper.

Other. Was immer das ist, finde es heraus und kille es. Du brauchst das nicht wirklich. Es hat immerhin 396,74KB!

Wenn das alles erledigt ist, dürfte sich die Ladezeit bei ungefähr bei 1.0 bis 1.2 Sekunden einpendeln. Das ist akzeptabel. Viel mehr gelingt nur den Profis.

Ein Blick in die Webhosting-Performance

webhosting-performance

Hier kannst Du erkennen, wie gut Dein Webhosting ist und ob es Verbesserungsbedarf hat. Meine Website hat eine »Wartezeit« von 160 Millisekunden, bevor sie ausgeliefert wird. Das ist ein guter Wert, den man mit mehr RAM und mehr CPU verbessern könnte. Doch nötig ist das nicht.

Unsere Beispiel-Website zum Beispiel braucht wesentlich länger:

Schlechte Webhosting-Performance

Die Website braucht fast eine halbe Sekunde, um ausgeliefert zu werden.

Hier kann ein besseres Hosting sehr viel mehr erreichen. Das Hosting der Website scheint überfordert zu sein, denn fast eine halbe Sekunde vergeht, bis der Server die Website ausliefert. Dabei ist wirklich perfektes WordPress-Hosting gar nicht so teuer. Lies meinen Artikel dazu.

Das perfekte WordPress-Hosting »

Darum ist Google Page Speed einfach Mist

Meine Website von Google Page Speed geprüft gibt ein ziemlich negatives Ergebnis heraus.

Der Test bei Google Page Speed. Absoluter Mist.

Wenn ich nicht wüsste, dass dieser Test Mist ist, würde ich Panik bekommen.

Zur Erinnerung: Meine Website lädt in etwas über einer halben Sekunde. Es ist wirklich alles optimiert. Trotzdem wird als Ergebnis herausgegeben, dass ich meine Bilder optimieren sollte. Und das nur, weil das Bild auf der Startseite in manchen Bildschirm-Auflösungen zu groß ist.

Eine CSS-Ressource blockiert angeblich das Rendering. Völliger Schwachsinn. Im Header wird nur ein CSS geladen, dass für die Darstellung der Website zuständig ist. Zudem ist es versioniert, sodass es nur beim ersten Seitenaufruf geladen wird und sich danach im Cache des Browsers befindet.

Würde ich das CSS wie empfohlen in das HTML direkt einbinden, hätte ich hier keine Fehlermeldung mehr. Aber eine Ladezeit von 0.8 Sekunden. 300 Millisekunden mehr.

Im Bereich Browser-Caching nutzen meckert Google Page Speed über das Google Analytics Script. Das könnte man nur ändern, wenn man das Script auf dem eigenen Server hostet. Das ist jedoch nicht empfehlenswert, da dann keine Updates des Scripts geschehen.

Fazit

Google Page Speed ist absoluter Mist und nicht aussagekräftig. Die Pingdom Tools hingegen liefern Daten, mit denen auch ein Laie mit etwas Einarbeitung bessere Ergebnisse erzielen kann – und sollte. Denn eine schnelle Website bringt Vorteile für die User und dem Platz im Ranking bei Google.

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Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler, freier Journalist und Autor. Er schreibt für ein bekanntes deutsches Webdesign Magazin und ist nebenbei Autor mehrerer E-Books zu den Themen Lebenshilfe, Marketing und WordPress.

2 Meinungen zu “Page Speed ermitteln für Laien und Profis – was wirklich zählt

  • Hallo,
    also ich habe das Page Speed Insight immer verwendet und das hat mir sehr unterschiedliche Werte ausgegeben zur gleichen Seite. Im einen Moment hat ich einen Wert von 70 und nachdem ich es nochmals getestet hab wurde ein komplett anderer Wert (88) ermittelt. Das hat mich schon etwas stutzig gemacht, weil ich nichts verändert hatte.
    Den Pingdom Website Speed Test werde ich auf jeden Fall einmal ausprobieren. Danke für den Artikel!

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