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Smarter Bloggen: So findest Du die richtige Anrede für Deine Leser

Schreiben · · 2 Kommentare

Viele Blogger sind sich zu Beginn ihrer Blogger-Karriere nicht sicher, wie sie einen Leser korrekt ansprechen sollen. Es gibt viele Varianten und nicht alle sind wirklich optimal. Verschenkst auch Du Potenzial durch eine falsche Anrede?

Wie Du die richtige Anrede finden kannst

Früher habe ich geschrieben, wie mir der Schnabel gewachsen ist, und mich immer gewundert, warum ich so wenig Resonanz auf meine Beiträge bekam. Ich hatte einfach nicht begriffen, dass die richtige Anrede eines Lesers wichtig ist. Heute lesen meine Beiträge Tausende Menschen jeden Monat, auch wenn ich auf DrWeb.de nicht so schreiben darf, wie ich es gerne würde.

Hier darf ich es. Und hier darf ich Dir auch sagen, warum ich Dich anrede, wie ich es tue. Aber vorher werfen wir noch einen Blick auf schlechte Anreden und kompromissbehaftete Anreden.

Schlechte Anreden – ihr, euch, man

Die »ihr-euch-man« Anreden gehen gar nicht. Wen willst Du damit ansprechen?

Die »ihr-euch-man« Anreden gehen gar nicht. Wen willst Du damit ansprechen?

Man kann sie zuhauf im Netz lesen und ich klicke solche Blogs immer schnell weg. Denn wer seine Leser so anspricht, kann keine guten Inhalte schreiben, jedenfalls keine, die ich mir in meiner sehr geringen Freizeit durchlesen würde.

Du liest dann von »euch« und wirst mit »ihr« angesprochen. Auch »man« ist immer wieder gern genommen. Wen genau spricht der Verfasser des Artikels damit an? Eine Gruppe von Lesern, die gleichzeitig vor dem Bildschirm hocken und im Kollektiv lesen? Public Reading, sozusagen?

Ganz ehrlich: Ich fühle mich dann als Leser nicht ernst genommen. Dieser Fehler ist weit verbreitet. Ein erfolgreicher Blogger wirst Du mit dieser Form der Anrede nicht. Aber:

Auch ich habe diesen Fehler früher gemacht, als ich anfing zu bloggen. Schön ist, dass »man« stets dazulernen darf.

Die korrekte Anrede laut Duden – du

Das kleine »du« ist immer korrekt laut Duden. Mir jedoch zu unpersönlich.

Das kleine »du« ist immer korrekt laut Duden. Mir jedoch zu unpersönlich.

Laut Duden und gängiger Praxis spricht man Leser korrekt mit dem kleingeschriebenen »du« an. So bekommst Du es in Büchern zu lesen, in E-Books und auf vielen Blogs wie conterest.de und auch Dr. Web. Drüben auf Dr. Web gehört es zum Branding, ist also sogar vorgeschrieben.

Der Duden: In der wörtlichen Rede (etwa in Erzählungen oder Romanen) werden du und die anderen genannten Wörter nie großgeschrieben, da ja hier der Autor nicht den Leser anredet.

Trotzdem finde ich, dass Du bei einer solchen Anrede noch viel Potenzial verschenkst. Wen genau sprichst Du denn an in dem Moment? Meiner Auffassung nach spricht ein »du« die Leser immer noch in einer Art Mehrzahl an. Du adressierst einen Artikel sozusagen an die vielen »du’s«, die da draußen Deine Artikel lesen. Du schreibst dann – auf den Punkt gebracht – für viele Menschen gleichzeitig. Genau da liegt mein Problem mit dieser Art der Anrede.

Meine Anrede an Dich – Du

So sprichst Du Deine Leser richtig an: Ich spreche Dich als Leser persönlich an. Ist daher das große »Du« die bessere Wahl?

Ich spreche Dich als Leser persönlich an. Ist daher das große »Du« die bessere Wahl?

Laut Duden ist diese Anrede erlaubt, wenn der Verfasser seinen Adressaten direkt anspricht.

Der Duden: Allgemein gilt: In allen Textformen, in denen der Autor selbst den Leser persönlich anredet, kann man du/Du und die genannten Wörter großschreiben.

Ich schreibe stets nur für Dich. Für den einen Leser, der meine Beiträger gerade liest, für Dich, der Du gerade diesen Beitrag liest. Du bist mir wichtig, Du teilst meinen Artikel, wenn er Dir gefallen hat. Und Du kommst mich auf meinem Blog vielleicht wieder besuchen.

Das hoffe ich stark, dass Du wiederkommst. Deshalb spreche ich Dich immer persönlich an, um Dir zu zeigen, dass Du mir wichtig bist.

Und wenn Dir mal etwas nicht gefällt, dann darfst Du mir auch gern die Meinung geigen. Denn Du bist wichtig für mich. Auch aus diesem Grund spreche ich Dich stets persönlich an.

Das große Du birgt viel Potenzial, denn ich verspreche mir auch davon, dass Du Dich hier ernst genommen und wohlfühlst. Du darfst auch gern einen Kommentar schreiben, denn ich bin an Dir und Deiner Meinung sehr interessiert.

Statt Content-SEO besser Leser-SEO

Leser-SEO statt Content-SEO wird sich mit der Zeit auszahlen.

Leser-SEO statt Content-SEO wird sich mit der Zeit immer auszahlen.

Eine Unmenge an Bloggern schreibt seine Beiträge nur noch für Google. Die Artikel werden von vorne bis hinten optimiert und verbessert, für die zu erwartenden Tonnen an Besucherzahlen aus dem Reich der Suchmaschine.

Ich jedoch habe die Erfahrung gemacht, dass gerade in der ersten Zeit während des Aufbaus eines Blogs viele Leser nicht über Google, sondern über die Sozialen Netzwerke kommen. Gerade Facebook verspricht ein unheimliches Potenzial, gute Artikel verbreiten sich schnell wie ein Lauffeuer und erzeugen sehr viel Traffic.

Doch um viel Traffic über Facebook zu erzeugen, braucht es einige wichtige Aspekte. Die Überschrift muss stimmen, der Content muss gut sein und einen Mehrwert für den Leser bieten. Zudem muss sich der Leser wohlfühlen.

Natürlich sind auch mir die Leser wichtig, die über die Suchmaschine Google kommen. Allerdings betreibe ich hier auf TechBrain kein Content-SEO, sondern Leser-SEO. Denn ich schreibe meine Artikel nicht für Google, sondern nur für Dich.

Google folgt mir nicht auf Facebook, teilt nicht meine Artikel und schreibt gewiss auch keine Kommentare.

Du schon, wie ich stark hoffe. Denn das ist mein Statement: Ich schreibe stets nur für Dich, meinen Leser. Selbst wenn nur Du – also nur ein Mensch – meinen Artikel aufmerksam liest, dann habe ich erreicht, was mir wichtig war.

Die Krux mit dem Du – welche Anrede Du wählen solltest

Welche der beiden »Du« oder »du« Anreden Du nun verwendest, bleibt Dir überlassen. Beide Varianten sind grundsätzlich richtig. Mit beiden Varianten sprichst Du den Leser direkt an. Mit meiner Variante des großgeschriebenen »Du« sprichst Du Deinen Leser vielleicht noch etwas persönlicher an. Und etwas Persönlichkeit kann beim Bloggen nicht schaden.

Persönlichkeit ist das, was in der heutigen Blogosphäre zu selten vorhanden ist. Jeder Blogger sollte seinen Stil, seine Persönlichkeit einbringen. Denn Blogger sind keine Journalisten. Im Journalismus schreibt Du neutral und ohne Persönlichkeit. Diese Beiträge sind austauschbar.

Du als Blogger verfasst jedoch Deine Artikel nicht neutral und auch nicht austauschbar, denn das ist der Grund, warum man Dich liest. Weil Deine persönliche Note, Deine Sicht auf die Dinge, Dein Stil unverwechselbar und interessant ist.

Du musst für Dich entscheiden, welche der beiden Du-Varianten Du magst. Wähle einfach die Variante aus, mit der Du Dich am wohlsten fühlst. Dann machst Du schon alles richtig. Behalte diese Form der Anrede dann durchgängig bei, damit Du sofort erkennbar bist. Denn das ist wichtig.

Entscheide Dich für eine Form der Anrede, sorge für Durchgängigkeit und schreibe stets für Deine Leser, und nicht für die Suchmaschine.

Welche Anrede verwendest Du?

Ich persönlich plädiere stets für das großgeschriebene »Du«, weil es mehr Charme und Persönlichkeit in die Beiträge bringt. Wie siehst Du die Sache?

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Andreas Hecht

ist WordPress-Entwickler und bietet dir WordPress-Sicherheit für deine Website. Zudem entwickelt er WooCommerce Shops mit Ladezeiten von unter einer Sekunde. Er ist ebenfalls Autor von drei richtig guten WordPress E-Books.